Die Frage nach der glücklichen Kindheit und weitere 19 Fragen an mich selbst

 – War ich ein glückliches Kind?  –

Als ich die nächsten 20 Fragen, zum Thema 1000 Fragen an dich selbst, bei Johanna www.pink-e-pank.de gelesen habe, musste ich kurz schlucken. Frage 26 hat mich etwas aus der Bahn geworfen. Eine ganz einfache Frage, aber eine schwierige Antwort dachte ich. Ich bin mit meiner großen Schwester in der ehemaligen DDR aufgewachsen, genauer gesagt, direkt an der Grenze im Sperrgebiet. Wir brauchten nicht mal die Wohnungstür abschließen, denn jeder, der sich bei uns „herum trieb“ musste ja vorher durch die Kontrolle. Ich habe mich sicher und geborgen gefühlt, auch weil mein Papa Polizist war. Er hatte einen großen Polizeihund, der bei uns zuhause gelebt hat und manchmal durfte ich mit in das Kontrollhäuschen und die Schranke mit hoch kurbeln.

Bis zu meinem sechsten Lebensjahr, war alles eine heile Welt. Doch dann wurde mein Papa krank. Er hatte Bauchschmerzen und musste ins Krankenhaus. Als er wieder kam, hatte er einen dicken Bauch und sah schlecht aus, aber trotzdem machte er noch Witze und erklärte, die Bauchschmerzen kamen von zu vielen Erbsen, die in seinem Bauch Tango tanzten. Meinen 7. Geburtstag hat er nicht mehr erlebt, auch nicht meine Einschulung. Es war Krebs.

– Eine Liebeserklärung an meine Schwester –

Aber soll ich euch was sagen, trotz alledem hatte ich eine schöne Kindheit, denn ich hatte meine Schwester. Für meine Mutter, damals 27, war es eine schwere Zeit – allein, Witwe, Mutter von zwei Kinder, abeiten im Schichtdienst und dann noch Haus und Hof. Meine Schwester und ich mussten viel mit helfen. Aber das haben wir gern getan. Ansonsten waren wir nur draußen. Im Wäldchen gegenüber vom Haus haben wir Indianer gespielt oder im Graben ein Piratenschiff gebaut. Alles was wir brauchten, haben wir im Gummikarren von der 3 Kilometer entfernten Müllkippe geholt. Wir waren im Dorf unterwegs, haben im Bach herum getobt und die Wochenenden bei Oma, Opa, Tante, Onkel und den Cousins verbrachten. Wir sind mit Freunden mit dem Fahrrad zum Baden gefahren, haben Butzen gebaut und im Winter im Kinderzimmer Schallplatten gehört. Wir hatten Spaß, eine Menge Spaß. Ich weiß nicht, was ich ohne meine Schwester gemacht hätte. Nicht, dass wir nicht auch mal traurig waren, aber selbst dann war keiner von uns allein. Wir hatten uns und eine tolle Familie.

– Was brauchen Kinder für eine glückliche Kindheit? –

Seit ich die Frage gelesen habe, frage ich mich nun auch, was Kinder für eine glückliche Kindheit brauchen und muss feststellen, dass es definitiv keine materiellen Dinge sind. Es ist das Lachen, es sind die Menschen die Ihnen Zeit schenken, es sind die schönen Erlebnisse. Viel zu oft bin ich als Mutter damit beschäftigt, den Haushalt zu machen, zu putzen oder zu arbeiten. Dabei bleiben die Momente in der Erinnerung, in der man gemeinsam durch das Wohnzimmer tanzt, auf dem Trampolin hüpft oder ein Märchen schaut. Wenn man ein Picknick auf dem Wohnzimmerboden macht oder spontan ins Auto steigt und einfach irgendwo hin fährt. Ich muss als Mutter einfach wieder freier und lockerer werden, im Denken und im Handeln, damit meine Kinder später auch sagen können, sie hätten eine schöne Kindheit gehabt.

Hand auf’s Herz, das ist doch eigentlich das, was wir uns als Eltern am sehnlichsten wünschen.

1000 Fragen an dich selbst – #2

21. Ist es wichtig für dich, was andere von dir denken?
Teils, teils. Mir ist egal, was die Leute auf der Straße oder bei uns im Dorf von mir denken, ob sie über mich reden oder mich mögen. Die Menschen kennen mich nicht und können sich nicht wirklich ein realistisches Bild von mir machen. Wenn jedoch Personen, die mich kennen gelernt haben, ein falsches Bild von mir haben, dann macht mich das traurig. Oder wenn ich von fremden Menschen persönlich angegriffen werden, da bin ich auch sensibel. Beruflich ist es mir wichtig, was meine Kunden von mir denken und dass sie das richtige Bild von mir und meinen Fähigkeiten haben.

22. Welche Tageszeit magst du am liebsten?

Ganz klar den Abend. Ich bin kein Morgenmensch, laufe aber abends zu Höchstformen auf. Im Sommer liebe ich den Nachmittag. Wenn die Mittagshitze abklingt und man bei einer guten Tasse Kaffee im Garten sitzen kann.

23. Kannst du gut kochen? 
Nein. Menschen, die mich kennen, werden jetzt wahrscheinlich sagen, dass ich es doch ganz gut kann. Aber ich bin das Kind einer Köchin und die Frau eines Kochs und im Vergleich kann ich nicht kochen. Dafür kann ich besser backen.

24. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am ehesten?
Ich bin Löwe, im August geboren. Deshalb kann es nicht warm und sonnig genug für mich sein. Ich liiiiiiiebe den Sommer!

25. Wann hast du zuletzt einen Tag lang überhaupt nichts gemacht? 
Vermutlich als ich das letzte mal richtig krank war. Mit Kindern kann man nicht nichts machen.

26. Warst du ein glückliches Kind? 
siehe oben

27. Kaufst du oft Blumen?
Ja. Seit Jahren ist es ein geliebtes Ritual, am Freitag frische Blumen zu kaufen oder im Garten zu flücken und dann im Haus zu verteilen. Wenn ich keine frischen Blumen im Haus habe, fehlt mir etwas.

28. Welchen Traum hast du?
Ich würde gern mal mit meiner Familie nach Hawai fliegen.

29. In wievielen Wohnungen hast du schon gewohnt?
Außer in meinem Elternhaus und in unserem Haus jetzt, haben wir in 4 anderen Wohnungen gewohnt.

30. Welches Laster hast du?
Eindeutig Kuchen. Ich liebe es, zu backen und dann muss der Kuchen auch noch gegessen werden.

31. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?
Leider nehme ich mir viel zu wenig Zeit zum Lesen. Das letzte Buch, übrigens sehr empfehlenswert, war „Das Lavendelzimmer“.

32.Warum hast du die Frisur, die du jetzt trägst?
Weil ich für längere Haare zu dünne Spagettisträhnen habe und mir kein anderer Kurzhaarschnitt an mir gefällt.

33. Bist du von deinem Mobiltelefon abhängig?
Ja. Da gibt da es nichts drum herum zu reden!

34. Wie viel Geld hast du auf deinem Bankkonto?
Leider immer zu wenig, aber das ist wahrscheinlich das Los der Selbständigen.

35. In welchen Laden gehst du gern?
Ich kaufe gern bei uns im Kiez ein. Im Livland  gibt es tolles Geschirr und schöne Deko und bei der lieben Jana im Janaschs gibt es nicht nur großartigen Kaffee und Kuchen, sondern auch die schönsten Back- Koch- und Interiorbücher der Stadt. In Sachen Mode kaufe ich am liebsten bei Cos ein.

36. Welches Getränk bestellst du in einer Kneipe?
Limo, denn ich muss noch fahren.

37. Weißt du normalerweise, wann es Zeit ist, zu gehen? 
Ja. Ich denke schon.

38. Wenn du dich selbstständig machen würdest, mit welcher Tätigkeit?
Ich bin seit 1999 selbständig und habe neben meiner Arbeit als Grafikerin, schon einen Secondhandladen und einen Interiorladen mit meiner Freundin gehabt. Mein Bedarf ist erst einmal gedeckt.

39. Willst du immer gewinnen?
Ja leider. Deshalb mag ich auch keine Gesellschaftsspiele. Aber bei den Kindern mache ich eine Ausnahme. Da überwiegt die Freude, wenn sie glücklich sind, gewonnen zu haben.

40. Gehst du in die Kirche?
Ja, an Weihnachten. Aber ich bin nicht christlich. Schon als wir noch zu Hause gewohnt haben, ist unser (Stief-)Papa am Heiligabend mit uns Mädchen in die Kirche gefahren. Meine Schwester hat sich mit 16 taufen lassen und ihr war es wichtig. Also haben wir sie begleitet, während unsere Mama, zu Hause das Essen und die Bescherung vorbereitet hat. Es ist zu einem wunderschönen Ritual geworden und wir haben so die schönsten Dorfkirchen der Region kennen gelernt. Seit die Kinder im Kindergarten waren, spielen sie (der Große jetzt nicht mehr) jedes Jahr beim Krippenspiel mit. Bei uns ist das ein wunderschönes Zusammenkommen des Dorfes. Die Kinder erzählen und spielen die Geschichte, die Gemeinde singt Weihnachtslieder und anschließend gehen alle gemeinsam unter Kirchengeläut nach Hause. Das ist für mich der Zauber von Weihnachten.

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