Homeoffice – Vom Luxus sich frei zu machen und Teil #3 der 1000 Fragen über mich

Das letzte Jahr war verrückt. Ja anders lässt es sich nicht beschreiben. Wenn mir vor einem Jahr jemand erzählt hätte, dass ich heute hier sitze und diesen Artikel schreibe, ich hätte ihn für verrückt erklärt.

Ja vor einem Jahr – da saßen wir, meine Freundin und ich, im Büroraum, gleich hinter den Ladenräumen unseres kleinen aber feinen Interiorgeschäfts bellamento. Wir haben Produkte geordert, Sachen ausgepackt, in die Kasse eingepflegt und dekoriert. Und wir haben, und das war den meisten unserer Kunden gar nicht klar, unsere Aufträge als Design- und Marketingagentur bearbeitet.

Den Traum vom eigenen Laden haben wir uns Anfang 2008 erfüllt. Zu der Zeit haben wir schon 6 Jahre erfolgreich im Marketing gearbeitet und hatten Lust auf eine Veränderung. Unser Max war gerade 4 und ich hatte die Vorstellung, das man Agenturaufträge, Ladengeschäft und Familie gut vereinbaren kann. Wenn ich das jetzt so schreibe, muss ich selbst schon schmunzeln. Aber am Anfang ging das wirklich ganz gut. Sogar als meine Freundin und ich fast gleichzeitig feststellten, dass wir schwanger sind. Na das kriegen wir auch noch gewuppt. Also bekam ich im November, mitten im ersten Weihnachtsgeschäft, unsere Tochter und meine Freundin zog im Januar mit einem kleinen Mädchen nach. Dass man, wenn man selbständig ist, nicht ewig zu hause sitzen kann, ist ja wohl klar. Also stillten wir nacheinander und gingen nacheinander mit unseren Kindern spazieren, immer so, dass einer im Laden sein konnte. Eine verrückte Zeit, was soll ich sagen.

Die ersten Jahre lief auch alles super. Der Laden so und so und auch die Organisation mit Kind, Haushalt, Familie und Job funktionierte ganz gut. Aber es dauerte nicht lange, da fehlte Zeit. Zeit, für das Eis am Nachmittag, für Hausaufgaben, für Kummer anhören. Aus dem Laden bin ich nie pünktlich raus gekommen, weil immer noch etwas war, besprochen oder geklärt werden musste. Also war ich häufig erst um 19.00 Uhr zu Hause. Die Kinder haben sich nie beschwert – mein Mann schon eher. Aber ich wurde immer unglücklicher. Mir ging es nicht gut und ich wusste nicht warum. Ständig war ich krank – Grippe, Angina und doch voller Tatendrang und Ideen. Aber für neue Ideen, war einfach keine Zeit und kein Raum mehr.

Eigentlich brachte der Urlaub im letzten Jahr, die Erkenntnis. Es waren ganz viele kleine Dinge, die uns gezeigt haben, dass wir nach fast 10 Jahren wieder Veränderung brauchen. Allen voran waren es natürlich die Kinder. Neben all der Selbstverwirklichung und Traumerfüllung sind sie groß geworden und wir haben einen ganzen Teil davon verpasst.

Im August haben wir wirklich Knall auf Fall, zum Entsetzen unserer Kunden, unseren Laden geschlossen. Und wir haben es nicht bereut. Eigentlich war geplant, uns ein Büro zu suchen und von dort aus zu arbeiten. Aber wie so oft kam es anders. Ich habe mir zu Hause meinen Arbeitsplatz eingerichtet. Einmal in der Woche treffen wir uns, um die Projekte durch zu sprechen. Ich kann mir meinen Tag einteilen und habe definitiv mehr Zeit für die Kinder – und ja auch für mich. Ich habe am Sonntag nicht das Gefühl, am Wochenende nicht alles im Haushalt geschafft zu haben, mache mir weniger Stress, weil ich mir meine Zeit freier einteilen kann. Und wisst ihr was besonders toll ist? Meine Arbeit als Grafikerin macht mir wieder mehr Spaß. Ich bin kreativer, weil der Kopf nicht mehr so voll und hin und her gerissen ist. Ich bin auch effektiver, weil ich mir die Aufträge so aufteile, wie es am besten passt.

Ich bin nicht immun gegen Gegenwind, doch ich laufe los
All die schönen Erinnerungen, ich halte sie hoch
Ich fühle mich einen Tag schwach, einen Tag wie neugeboren
Ich will Altes nicht bekämpfen, ich will Neues formen
Folge meinem Ruf, Träume verwelken leicht
Ich räume die Blüten aus dem Weg, nutze die Gelegenheit
Halte mich am Vorne fest, das fühlt sich wackelig an

Clueso // Neuanfang

Vor nicht ganz einem Jahr habe ich mit meinem Post „Neuanfang“ wieder mit dem bloggen angefangen. Mir war nach Veränderung, nichts ahnend wie sehr und wie schön, sich alles ändert.

 

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1000 Fragen an dich selbst – #3

41. Trennst du deinen Müll?
Ja unbedingt – mit Tonnen in allen Farben und Komposthaufen im Garten.

42. Warst du gut in der Schule?
Ja. Für mich ging die Welt unter, als die Schule vorbei war. Ich habe unheimlich gern gelernt und war sehr wissbegrierig. Außerdem hieß bei uns auf dem Land Schule auch, die Freunde zu treffen. Wer krank war, hat alles verpasst.

43. Wie lange stehst du normalerweise unter der Dusche?
Wenn man meine ohnehin schon trockene Haut fragt, zu lange. Aber ich liebe, eine schöne warme Dusche am Morgen einfach.

44. Glaubst du, dass es außerirdisches Leben gibt?
Mmmmmh, sagen wir es so: Ich kann mir vorstellen, dass es irgendwo auf einem anderen Planeten lebensfähige Organismen gibt.

45. Um wieviel Uhr stehst du in der Regel auf?
Um sechs, weil die Kinder zur Schule müssen. Meine Wohlfühlaufstehzeit ist aber um 7.30 Uhr.

46. Feierst du immer deinen Geburtstag?
Ja, mit Pauken und Trompeten. Nicht weil ich mich gern selbst feiere, sondern weil ich es toll finde, alle meine Liebsten um mich zu haben. Da ich im August Geburtstag habe, sitzen wir dann alle an einer großen Tafel im Garten und schlemmen und qautschen bis es dunkel wird.

47. Wie oft am Tag bist du auf Facebook?
Ich bin sehr selten bei facebook und wenn dann eher berufsbedingt. Es ist einfach nicht mein Metier.

48. Welchen Raum in deiner Wohnung magst du am liebsten?
In der Küche spielt sich das Familienleben ab. Hier kochen und backen wir, quatschen, lachen, weinen und tanzen auch mal um den Tisch. Am gemütlichsten finde ich es aber im Wohnzimmer.

49. Wann hast du zuletzt einen Hund (oder ein anderes Tier) gestreichelt?
Vor fünf Minuten. Unsere Kater sind sehr kuschlig.

50. Was kannst du richtig gut?
Mich in Dinge rein denken – egal ob es die Probleme meiner Freunde sind oder komplizierte Aufträge. Das sagt man mir zumindest nach.

51. Wen hast du zum ersten Mal geküsst?
Christian B., im Kindergarten. Ich glaube ich war 5. Und alle Jungs standen drum herum.

52. Welches Buch hat einen starken Eindruck bei dir hinterlassen?
„Die Leiden des jungen Werther“ Ich weiss auch nicht wieso. Irgendwie berührt es mich. Das Buch ist schon so alt, aber die Story ist so aktuell. Ich kenne unheimlich viele Inszenierungen und Lesungen davon und bin immer wieder begeistert.

53. Wie sieht für dich das ideale Brautkleid aus?
Ich bin verheiratet und hatte kein besonders schönes Brautkleid. Als wir uns vor 9 Jahren das Ja-Wort gegeben haben, war kurz vorher ein guter Freund verunglückt. Ich habe ein schlichtes weißes kurzes Kleid getragen und fand das angemessen. Aber irgendwie sind wir ja alle Prinzessinen. Wenn wir also im nächsten Jahr unseren 10. Hochzeitstag feiern, würde ich total gern ein schönes Vintage Kleid tragen.

54. Fürchtest du dich im Dunkeln?
Ja, aber nur weil ich im Dunkeln einfach nichts sehen kann.

55. Welchen Schmuck trägst du täglich?
Keinen. Nicht mal einen Ehering. Dafür haben wir uns zur Hochzeit tätowieren lassen. Wenn Körperschmuck auch zählt, dann trage ich immer die Sterne, die für meine Kinder und meinen Mann stehen, bei mir.

56. Mögen Kinder dich?
Ich glaube schon. Zumindest kommen Kinder gern zu uns und möchten, dass ich mit ihnen spiele.

57. Welche Filme schaust du lieber zu Hause auf dem Sofa als im Kino?
Triviale Liebesfilme und die bei denen ich vorher weiß, dass ich Rotz und Wasser heule.

58. Wie mild bist du in deinem Urteil?
Das kommt auf die Sache an. Es gibt Dinge, da kann ich sehr milde sein, weil ich versuche mich in den anderen hinein zu versetzen. Bei anderen Dingen, besonders wenn es um das Wohl von Kindern und Tieren geht, bin ich sehr radikal.

59. Schläfst du in der Regel gut?
Ja, obwohl ich immer Romane träume. Die sollte ich vielleicht mal aufschreiben. Dann werde ich Bestseller-Autorin.

60. Was ist deine neueste Entdeckung?
Gerade eben, habe ich die leckeren handgemachten Karamellbonbons von Frl. Diehl gekostet und bin hin und weg.

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